5 Fehler beim Unterricht auf Distanz

“Der schlimmste aller Fehler ist, sich keines solchen bewusst zu sein.” (Thomas Carlyle).

Hier ein paar Tipps, damit dir diese Fehler nicht passieren.



1. Das Dateiformat

Wie Schüler sich beim Lernen auf Distanz fühlen

Ich kann’s nicht öffnen.

Hast du schonmal versucht, dich mit einem Chinesen auf chinesisch zu unterhalten? Oder mit einem PC Nerd über HTML Programmierung?

Nein? Dann lass es.

Es kostet dich Zeit und bringt dir soviel wie ein Einkaufswagen im Aldi, der dich vor Infektionen schützen soll.

Beim Lernen auf Distanz ist daher auch einer der größte Fehler, eine (Text)Datei im Originalformat zu verschicken oder hochzuladen.

Denn woher weißt du, ob dein gegenüber dieselbe Sprache spricht? Also das gleiche Programm zum öffnen der Datei besitzt.

Je nachdem welches Programm du benutzt, hat die Datei ein anderes Format.

Beispiel:

  • Word -> “docx” oder “doc”
  • OpenOffice, LibreOffice -> “odt”
  • Pages -> “pages”
  • ….

Ähnlich verhält sich es auch mit Tabellenkalkulationsprogrammen.

Wenn du die Datei verschickst kannst du nicht davon ausgehen, dass der Empfänger auch das gleiche Programm hat, um die Datei zu öffnen. Die Folge ist, die Datei kann nicht geöffnet werden und es entsteht Frust.

Daher solltest du jede Textdatei erst als PDF abspeichern und dann verschicken/hochladen.

Vorteile eines PDF Dokumentes sind:

  • Originalgetreu
  • Maßstabsgetreu
  • Jeder kann es öffnen
  • unabhängig vom erstellten Program (Word, Pages, etc.)

Mit PDF sprechen alle die gleiche Sprache. Das macht einiges leichter 😉

Videos richtig teilen

Einer meiner Kinder erhielt vor Kurzem von seiner Lehrerin ein Link mit einem Erklärvideo. Da sollte beschrieben werden, wie man an einer Videokonferenz teilnimmt.

Ein Hindernisparcours begann…

  • In der Mail war ein Link zu einem Download, der dauerte >10 Minuten.
  • Das Video war in einem wmv- Format. Keiner in der Familie konnte das öffnen. Den Rest könnt ihr euch denken.

Ich fühlte mich, als hätte ich einen Sack Kartoffeln über die Hindernisse tragen müssen. Und keine Kraft mehr um das Video zu gucken.

Daher solltest du auch bei Videos immer darauf achten:

  1. Lieber ein Video streamen, als irgendwo hochladen und dann zum Download anbieten. Hier spielt das Format keine Rolle mehr. Zudem ist es für alle Nutzer schneller, als der Download mit anschließendem Betrachten.
  2. Wenn du ein Video verschickst sollte es in folgendem Format sein: MP4. Es ist kompakt und lässt sich schnell verschicken und laden. Zudem können es fast alle Endgeräte abspielen.

Tipp: Lade ein Video bei Youtube hoch und aktiviere “nicht gelistet”. So können nur Personen dein Video sehen, denen du den Link des Video zusendest. So musst du dir keine Gedanken über das Format machen.

Video auf YouTube “unsichtbar” machen

Fotos richtig teilen

Ein Kollege hat mal in einer Mail mehrer Bilder angehängt. Auch hier entstand das Problem, dass viele der Kollegen die Bilder nicht öffnen konnten. Wie teilt man also Bilder und Fotos richtig?

Verwende zum verschicken immer das JPEG Format. Vorteil: Es ist kompakt und jeder kann es öffnen.

Vorsicht: iPhones speichern Bilder im HEIF/HEIC Format ab. Dieses Format ist kompakter als JPEG, aber leider können einige Geräte HEIF Formate noch nicht öffnen. Du kannst daher mit diesem kostenlosen Konverter (iMazing) alle Bilder schnell in ein JPEG umwandeln, so können alle problemlos eine Bilder öffnen.

Trick: Verwende WhatsApp als Konverter. Denn sobald du ein Foto mit WA verschickst, wird es in ein JPEG konvertiert. So kannst du Bilder an dich selbst verschicken und dann hochladen oder weiterleiten.

2. Immer das Gleiche

Monotone Aufgabenformate langweilen die Schüler. Daher sei kreativ und abwechslungsreich. Verwende Videos, Videokonferenzen, Fotos und Apps neben deine gängigen Aufgabenformaten.

Hier hast du ein paar Tipps zu kostenlosen und guten Lernapps, über die du deinen Schülern Aufgaben geben kannst. So bleibt das Lernen interessant.

Weitere Beispiele für Aufgabenformate auf Distanz:

  • Sprachnachricht aufnehmen lassen (Bsp. ein Gedicht vortragen)
  • verschiedene kostenlose Apps nutzen (Anton, Khan Academy, etc.)
  • Videos und Tutorials anschauen lassen (mit YouTube Link)
  • Ein eigenes Erklärvideo erstellen lassen (für Fortgeschrittene)
  • Gemeinsam ein kollaboratives Tool benutzen, um an einer Aufgabe zu arbeiten. (beispielsweise über ZumPad)

3. Kaugummi schmeckt nur frisch

Das Leben zu Hause läuft nicht immer nach Plan.

“Papa ich muss schnell an den PC, habe gleich eine Videokonferenz”- “Geht nicht, bin in einem Meeting. Tue mir lieber einen Gefallen und hilf Marie, ihre Windel ist voll und sieh weint schon seit 1/2 Stunde”.

So sieht Homeschooling leider häufig aus. Daher ist ständige Erreichbarkeit, hier nicht immer der beste Ansatz.

Asynchron zu lernen bietet den SuS mehr Flexibilität, so dass sie im Nachhinein ihre Aufgaben produktiver erledigen können. Steig also um auf folgende Formate:

  • Von Live Videokonferenz -> ein Erklärvideo.
  • Einreichen der Aufgaben bis 15 Uhr. Besser: Setze die Frist auf 24 Uhr.
  • Schreibe Mails statt einen Messenger zu benutzen.

Verlange also nicht von deinen SuS, dass sie permanent online sind. Besser ist es, wenn man ihnen Zeit lässt die Aufgaben dann zu erledigen, wenn es für sie passt.

So bleibt dein Kaugummi frisch und flexibel 😉

4. Sei keine Eintagsfliege

Ungefähr so fühlt sich ein Kind, dass nur einzelne Tagespläne bekommt. Um besser planen zu können sind sind Wochenpläne oder gar 2-Wochenpläne besser.

Formuliere bei dem Erstellen der Wochenpläne Lernziele und arbeite mit Überschriften. Vermeide lose Aufgabenanhäufungen, sondern schaffe durch Themen, Unterthemen und Aufgaben eine Struktur. Dies hilft Kindern immer im Blick zu haben, woran sie gerade arbeiten.

Häufig frage ich Kinder: “Was macht ihr gerade in Mathe?”. Die Antwort ist immer die ähnlich: “Irgendwas mit Zahlen”. Sie wissen nicht was ihr eigentliches Thema ist, da sie nur Aufgabe für Aufgabe erledigen.

Löse dieses Problem, indem du mit Überschriften arbeitest und den SuS einen globalen Überblick zu den Themen verschaffst.

5. YMMD

Gestern schrieb ein Leser einen derart lustigen Kommentar, der mich den ganzen Tag immer wieder lachen ließ.

Das nennt man “You made my day”.

Was guckst du dir lieber an? Eine amüsante Komödie mit Will Smith oder eine Dokumentation über die Kekse des frühen 8. Jahrhunderts?

Lachen hilft nämlich Spannungen zu lösen und eine Verbindung aufzubauen.

Das heißt nicht, dass du jetzt eine Umschulung zum Comedian machen solltest. Jedoch bereichert der ein oder andere Witz deinen Unterricht und schafft eine neue Brücke zu deinen SuS.

Viel Erfolg beim Lehren und Lernen

dein Artur von Einfach-Lehrer